„Ich habe meine Heimat nicht für ein paar Euro verkauft“

Zu den geplanten Windkraftanlagen in Gleiritsch schrieb Andreas Lang (Gleiritsch) einen Leserbrief, der in der Zeitung „Der neue Tag“ am 24. Juni 2014 wie folgt veröffentlicht wurde:

„Schöne neue Welt! Umweltfreundlicher Strom aus Windenergie soweit das Auge reicht! Ist es uns da nicht wert, unsere schöne Heimat mit diesen Giganten vollzustellen und enorm an Lebensqualität zu verlieren?

Wenn ich von meinem Heimatort Gleiritsch die Windräder in 30 Kilometern Entfernung stehen sehe, kann ich es mir noch gar nicht richtig vorstellen, was das für unsere Gegend bedeutet, wenn der Windpark hier gebaut wird. Solche Monster direkt vor unserer Nase? 1500 Meter entfernt? Zehn Mal so hoch ein großer Baum? Über 200 Meter! Unvorstellbar!

Die wunderbare Aussicht vom Tännesberger Schloßberg, der romantische Weihnachtsmarkt in Guteneck, der neugestaltete Dorfplatz in Gleiritsch. Das sind nur wenige Orte, von denen der Windpark die nächsten Jahrzehnte zu sehen sein wird. Er wird uns immer daran erinnern, wie die Interessen Einzelner die Lebensqualität ganzer Regionen und tausender Menschen beeinträchtigen. Die Politik hat viel dafür getan, um ländliche Regionen zu fördern und vom Aussterben zu bewahren, sei es durch Subventionen, Förderprogramme oder Öffentlichkeitsarbeit. Warum werden dann solche Projekte hinter verschlossenen Türen diskutiert und die Betroffenen nicht mit eingebunden?

Ist es Angst, Gleichgültigkeit, Taktik oder einfach die unstillbare Gier? Es geht hier nicht um Gemeindegrenzen oder politische Zugehörigkeiten. Es geht um Menschen, deren Leben auf Jahrzehnte beeinträchtigt sein wird. Wir alle sind davon betroffen. Heute sehen wir die Windräder nur von weitem. Morgen stehen sie bei uns in Gleiritsch und übermorgen in den Nachbargemeinden!

Bei jeder Umdrehung der Rotoren werde ich daran denken, wie schön es einmal bei uns war und mich ärgern, dass sie nur die Taschen des Investors – nicht die der Bürger – mit Geld füllen. Halten wir zusammen und setzen uns dafür ein, dass dieser Raubbau an der Natur und den Menschen aufhört. Ich möchte meinen Kindern und den nächsten Generationen nicht erzählen, wir hätten nichts dagegen getan – oder noch viel Schlimmer: dass es mir egal war!

Mein einziger Trost wird sein, wenn ich abends beim monotonen Brummen der Rotoren einschlafe, dass ich im Vergleich zu manch‘ Anderen ein reines Gewissen habe und nicht meine Heimat für ein paar Euro verkauft habe.“

Andreas Lang, Gleiritsch

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