Neue Gaskraftwerke sollen Monster-Stromtrasse überflüssig machen

Zu den geplanten Windkraftanlagen in Gleiritsch schrieb Dr. Siegfried Burger (Gleiritsch-Bernhof) einen Leserbrief, der in der Zeitung „Der neue Tag“ am 24. Juni 2014 wie folgt veröffentlicht wurde:

In Pamsendorf sollen fünf „Monster-Windräder“ aufgestellt werden. Eine ökologisch unsinnige Investition, da Windkraftwerke die Grundlast nicht abdecken können. Dies geht nur über Kohle-, Gas- oder Dampfkraftwerke.

Mein Vorschlag zur Energiewende:

Da Photovoltaik und Windstrom nicht ständig zur Verfügung stehen und das Speicherproblem noch nicht gelöst ist, sollte in Bayern und an den drei Atomstandorten (Landshut, Grafenreinfeld und Grundremmingen) jeweils ein modernes Gaskraftwerk mit einer Leistung von 800 bis 1000 Megawatt (MW) gebaut werden. Dazu ein weiteres im Raum Nürnberg/Fürth, im Bereich des ehemaligen Kohlekraftwerks. Das modernste Gaskraftwerk in Irsching bei Ingolstadt mit einer Wirkung von über 60 Prozent steht derzeit still, wegen eines Überangebotes an Braunkohlestrom!

Diese 4000 bis 5000 MW Kapazität würden zusammen mit den verfügbaren 2000 MW der Wasserkraftwerke die komplette Stromversorgung in Bayern gewährleisten, auch wenn keine Sonne scheint und kein Wind weht. Damit erledigt sich auch der Bau der „Monster-Stromtrasse“ von Sachsen-Anhalt nach Augsburg. An den Atomstandorten werden die vorhandenen Umspannwerke und regionalen Leitungen genutzt.

Im Gegensatz zu Atom- und Kohlestrom können Gaskraftwerke minutengenau an die wechselnde Einspeisung der Öko-Energien angepasst werden. Nach Ausbau der Gaskraftwerke werden die Atomkraftwerke binnen weniger Jahre komplett abgeschaltet. Durch die Vermeidung von Kohlestrom wird der CO2-Ausstoß erheblich reduziert. Über 200 Meter hohe Monsterwindkraftwerke – wie in Pamsendorf geplant – werden überflüssig. Unsere schöne Oberpfälzer Landschaft bleibt von der flächendeckenden Verspargelung verschont.

Die Kosten von 4 bis 5 Milliarden Euro für diese Gaskraftwerke sind überschaubar. Bayern wäre dann nicht auf Stromimporte angewiesen und somit autark. Windstrom von der Nordseeküste und Kohlestrom aus Sachsen-Anhalt werden nicht benötigt, Natur und Umwelt verschont.

Dr. Siegfried Burger, Schwandorf